Die Heizung, ein unterschätzter Energieverbraucher

Heizung Heizkörper
Bild: cnaujalis, pixabay.com

Wenn es darum geht Energie zu sparen und umweltbewusst zu leben, liegt meist der Gedanke nahe, Strom zu sparen. Dabei wird der Energiebedarf für die Wärmeerzeugung völlig unterschätzt. In der folgenden Graphik der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ist ersichtlich, dass der mit Abstand größte Energieverbrauch in deutschen Haushalten durch die Bereitstellung von Wärme verursacht wird. Zusammen machen Heizung und Warmwasserbereitung mehr als 85% des Endenergieverbrauches aus.

Endenergieverbrauch in Deutschland nach Verursachern
Quelle: obs/Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Leider gibt diese Graphik nur die Aufteilung des Endenergie-Verbrauchs wieder. Meiner Meinung nach wäre die Darstellung des Primärenergie-Bedarfs sinnvoller gewesen, da die meisten Haushalte mit Öl oder Erdgas heizen.

ENDENERGIE VS. PRIMÄRENERGIE

Die Endenergie ist die Energiemenge, die dem Kunden in Rechnung gestellt wird, bspw. in kWh Strom oder Erdgas. Der Begriff der Primärenergie umfasst auch die vorhergehenden Umwandlungsverluste, da mit Primärenergie die Energiemenge gemeint ist, die in Form des (fossilen) Rohstoffs im Boden gespeichert ist.

Die Differenz aus End- und Primärenergie ist für die Wärmebereitstellung deutlich geringer als für Strom. Die Aufteilung in der Graphik würde sich also etwas verschieben, sodass der Anteil der Elektrogeräte auf ca. 25-30% des Primärenergie-Bedarfs ansteigt.

Nichts desto trotz ist die Energiemenge, die zur Wärmeerzeugung aufgebracht werden muss um einiges größer, als für Elektrogeräte im Haushalt. Daher lohnt es sich, den Wärmebedarf zu reduzieren und auf möglichst effiziente Heizungssysteme zu setzen. Darüber hinaus sollte ein möglichst großer Anteil des Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden.

Nutzung erneuerbarer Energien für die Bereitstellung von Wärme

Im Zuge der Energiewende steht vor allem die Produktion von elektrischer Energie im Mittelpunkt. In der öffentlichen Wahrnehmung hat die eigene Heizung im Keller wenig mit der Energiewende zu tun.

Die Umstellung der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien wird sehr anspruchsvoll sein, da die herkömmlichen Erneuerbaren Energien auf die Bereitstellung elektrischer Energie ausgelegt sind. Als direkte erneuerbare Wärmelieferanten bieten sich die Geothermie und die Solarthermie, sowie die Nutzung von Biomasse an.

Die  Nutzung von Geothermie (Erdwärme) im großen Maßstab ist in Deutschland unwahrscheinlich, da zu tiefe Bohrungen notwendig sind, um an ausreichend hohe Temperaturen im Erdmantel zu gelangen. Die Nutzung von Umgebungswärme und oberflächlicher Erdwärme wird jedoch schon praktiziert. Allerdings sind die nutzbaren Temperaturen derart gering, dass eine Aufbereitung mit Wärmepumpen notwendig ist.

Die Nutzung der Solarthermie zur Heizungsunterstützung hat den Vorteil, dass sie mit relativ geringem technischen Aufwand genutzt werden kann, die laufenden Kosten gering und der Umwelteinfluss marginal sind. Leider korrelieren solares Angebot und Wärmenachfrage negativ, sodass die Solarthermie vor allem in den Übergangszeiten effektiv ist.

Die Nutzung von Biomasse, beispielsweise in Holzpellet-Heizungen, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Holzpellets werden oft als CO2-neutral vermarktet, da das Holz ein nachhaltiger Rohstoff sei. Allerdings stammt ein großer Teil des in Deutschland verkauften Pelletholzes aus osteuropäschen Wäldern, in denen keine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben wird. Darüber hinaus entstehen bei diesen nicht unerheblichen Transportwegen jede Menge Kohlendioxid und Schadstoffe. Außerdem trägt die Verbrennung von Holz zur Feinstaubproblematik bei.

Weitere Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien zum Heizen, ist die Verwendung von Biogas in herkömmlichen Gasthermen oder Mini-Blockheizkraftwerken. Dafür wäre lediglich eine Einspeisung des Biogases in das bestehende Erdgasnetz notwendig. Das gleich gilt für Gas, das im Rahmen der Power-To-Gas-Technologie aus regenerativ gewonnenem Strom erzeugt worden ist. Deutlich effizienter wäre jedoch das direkte Heizen mit überflüssigem Strom. Aufgrund der sehr effizienten Nutzung der elektrischen Energie, bieten sich vor allem Wärmepumpen für diesen Zweck an.

Hier habe ich unterschiedliche Wärmeerzeuger vorgestellt, u.a. auch Wärmepumpen und solarthermische Anlagen: http://www.regenerativ.net/waermeerzeugung

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